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Lächle, denn ein Lächeln verbindet und überwindet Grenzen

Warum wir empathische Kommunikation brauchen? Erinnern du dich an das letzte Mal, als dir ein wildfremder Mensch zulächelte? Vielleicht im Supermarkt oder auf der Straße? Dieser Moment hatte keine Worte nötig – er fühlte sich einfach nur gut an. Denn Lächeln ist die direkteste Form von Kommunikation. Während „Freude“ bei den Amerikanern „joy“ und in China „gāoxìng“ heißt, versteht man ein Lächeln überall auf der Welt. Es braucht keine Übersetzung, es überwindet spielend kulturelle und sprachliche Grenzen.

Silvia Faulhammer / Fotografin: © Verena Schierl
Silvia Faulhammer / Fotografin: © Verena Schierl

Paul Ekman (2017) konnte dies wissenschaftlich belegen. Als er 1967 die Kultur der Fore in Neuguinea studierte, entdeckte er, dass Menschen weltweit dieselben Gesichtsausdrücke für Emotionen verwenden. Ein Lächeln bedeutet Freude, Freundlichkeit und Offenheit – und zwar überall auf der Welt. Diese universelle Sprache verbindet uns, ohne dass ein einziges Wort gewechselt werden muss. Gerade in Zeiten, in denen oft Unterschiede und Grenzen betont werden, erinnert uns ein Lächeln daran, was uns eint.

Lächeln ein einfacher Akt

– weit über die Grenzen von Worten

Doch es ist mehr als ein nettes „Must-Have“ oder „To-Do“ des Alltags. Es ist ein Zeichen von Menschlichkeit und Zugewandtheit, ein nonverbales Signal, das Vertrauen schafft und Brücken baut. In einer Zeit, in der Kommunikation oft digital, distanziert, schnell und verkürzt ist, gewinnt diese stille Sprache eine noch größere Bedeutung. Ein echtes, herzliches Lächeln erreicht uns auf einer tieferen Ebene als jedes geschriebene Wort.

Kommunikation in Zeiten von Blendern

Doch während ein ehrliches Lächeln Vertrauen schafft, gibt es eine ganz andere Form der Kommunikation, die oft das Gegenteil bewirkt. Lautstarke Stimmen dominieren die öffentliche Debatte: Trump, Orbán, Johnson, Kickl – und viele andere. Sie brillieren kommunikativ, polarisieren aber gezielt. Ihr Erfolgsrezept?

Sie reduzieren komplexe Themen drastisch auf scheinbar klare Antworten.

Sie nutzen gezielt starke Emotionen wie Angst, Wut und Hoffnung, um Menschen zu erreichen


Sie setzen bewusst auf Polarisierung und erzeugen ein „Wir gegen die“-Gefühl.

Das Problem: Diese Art der Kommunikation verführt, aber sie spaltet auch. Populismus und Desinformation dienen als Werkzeuge, um Aufmerksamkeit und Macht zu sichern. Doch ist das wirklich die Sprache, die wir in einer demokratischen Gesellschaft fördern sollten?

Manipulative Kommunikation mag kurzfristig erfolgreich sein, doch langfristig hinterlässt sie Misstrauen, Unsicherheit und gesellschaftliche Gräben. Das Gegenmittel? Eine Sprache, die verbindet, statt zu trennen – Kommunikation, die auf Werte, Empathie und Verantwortung setzt. Denn was bleibt, wenn die Lauten die Oberhand gewinnen? Eine Gesellschaft, in der das Miteinander leidet und Spaltung zur Normalität wird.

Emotionen als Brücke

Unsere Lebenswelten verlagern sich zunehmend ins Digitale, und damit verändert sich auch unsere zwischenmenschliche Kommunikation. Um sich im Spannungsfeld von Verstehen und Missverstehen zurechtzufinden, braucht es ein soziales Miteinander. Ein echtes, gemeinsames Interagieren.

Ein Lächeln ist die perfekte Metapher für gute Kommunikation: Es schafft Vertrauen, öffnet Türen und lädt zum Dialog ein. In Zeiten der Blender brauchen wir nicht nur Fakten und Argumente, sondern vor allem echte, menschliche Emotionen. Denn während Worte manipulieren können, bleibt ein ehrliches Lächeln unbestechlich.

Kommunikation ist mehr als Schlagfertigkeit. Sie ist das Fundament unseres Miteinanders. Wir brauchen eine neue Aufmerksamkeit für das Zuhören, für Gespräche, die Verbindungen schaffen, für Worte, die Brücken bauen.

Wann haben Sie das letzte Mal jemanden mit einem ehrlichen Lächeln überrascht? Vielleicht ist heute ein guter Tag, um damit anzufangen.



 

Mehr Lächeln im Alltag – So geht's!

  1. Morgens in den Spiegel lächeln – Der beste Start in den Tag! Selbst ein bewusstes Lächeln kann die Stimmung heben.

  2. Lächeln schenken – Seien Sie die Person, die anderen ein Lächeln schenkt. Es kostet nichts, macht aber einen riesigen Unterschied.

  3. Lächeln in stressigen Momenten – Probieren Sie es aus: Selbst in stressigen Situationen kann ein Lächeln helfen, gelassener zu bleiben.

  4. Humor suchen – Lachen und Lächeln hängen eng zusammen. Finden Sie täglich kleine Momente, die Sie zum Schmunzeln bringen.

  5. Bewusst Pausen nehmen – Ein entspannter Geist findet leichter Grund zur Freude. Gönnen Sie sich regelmäßig Momente der Ruhe.

  6. Ein Lächeln macht die Welt freundlicher – und beginnt bei uns selbst.


 


„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Antoine de Saint-Exuperys

Heute schon gelächelt?

Lächle doch heute jemandem zu. Einfach so.


Herzlichst, alles Liebe,

eure Silvia



Kontakt:

Mag. (FH) Silvia Faulhammer, MSc.



Quellen, Inspiration & Leseempfehlungen:


Busson, Su 2012: Das Leben ist einfach kompliziert. Wien: Orac Verlag Kremayer & Scheriau.


Busson, Su (2013): Ich. Bin. Jetzt. Wien: Orac Verlag Kremayer & Scheriau.


Damasio, Antonio R. (2018): Der Spinoza-Effekt. Wie Gefühle unser Leben bestimmen. Berlin: List Taschenbuch Verlag der Ullstein Buchverlage GmbH.


Damasio, Antonio R. (2018): Descartes `Irrtum. Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn. Berlin: List Taschenbuch Verlag der Ullstein Buchverlage GmbH.


Ekman, Paul (2017): Gefühle lesen. Wie Sie Emotionen erkennen und richtig interpretieren. Berlin Heidelberg: Springer Verlag.


Klein, Stefan (2010): Das Geheimnis des Lächelns. In: Die Glücksformel. Oder wie die guten Gefühle entstehen. Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag. S. 21-40.


Molcho, Samy (2013): Körpersprache. München: Wilhelm Goldmann Verlag


Mahlow, Silja (2021): Willkommen auf dem Glücksplaneten. Stuttgart: Nymphenburger Verlag (mehr zu Silja Mahlow unter: https://gluecksplanet.com/)


Seligman, Martin (2015): Wie wir aufblühen. Die fünf Säulen des persönlichen Wohlbefindens. München: Goldmann (mehr zu Martin Seligman unter: https://www.authentichappiness.sas.upenn.edu/).




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